Philips Lumea 9900 oder Braun Silk-expert Pro 5?

Zwei Geräte, dieselbe Technik, zwei völlig verschiedene Versprechen. Die Philips Lumea 9900 Series wirbt mit bis zu zwei Jahren glatter Haut und einer App, die den Fortschritt mitschreibt. Die Braun Silk-expert Pro 5 verspricht ein Jahr, blitzt dafür bis zu hundertfünfundzwanzigmal pro Minute und legt ein Rasiersystem dazu.
Wer die Technik grundsätzlich noch abwägt, findet den Überblick bei den IPL-Geräten für zuhause. Hier stehen die beiden Spitzenmodelle mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Die Philips Lumea 9900 Series, wenn das Ergebnis möglichst lange halten sollbis zu zwei Jahre laut Hersteller, vier geschwungene Aufsätze, SmartSkin-Sensor und App-Begleitung, kabellos nutzbar
- Die Braun Silk-expert Pro 5, wenn es schnell gehen sollbis zu 125 Blitze pro Minute, SkinPro 2.0 mit kontinuierlicher Hautton-Anpassung, zwei milde Modi und drei Aufsätze
- Beide passen die Intensität automatisch an den Hautton an und arbeiten nach demselben Lichtprinzip
Die zwei Kandidaten
Philips Lumea 9900 Series
Bis zu 2 Jahre, 4 Aufsätze
Braun Silk-expert Pro 5
125 Blitze pro Minute
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Philips Lumea 9900 | Braun Silk-expert Pro 5 |
|---|---|---|
| Angegebene Wirkdauer | bis zu 2 Jahre | 1 Jahr |
| Erste sichtbare Ergebnisse | nach 4 Behandlungen | nach 3 Wochen |
| Anfangsphase | 6 Wochen, alle 2 Wochen | keine Angabe |
| Angegebene Haarreduzierung | bis zu 98 Prozent | keine Prozentangabe |
| Blitzrate | keine Angabe | bis zu 125 pro Minute |
| Hautton-Erkennung | SmartSkin-Sensor mit Stufenempfehlung | SkinPro 2.0, automatisch und fortlaufend |
| Aufsätze | 4: Körper, Gesicht, Bikini, Achseln | 3: Standard, Präzision, breit |
| Form der Aufsätze | geschwungen, an Körperrundungen angepasst | keine Angabe |
| Milde Modi | keine Angabe | 2 für empfindliche Stellen |
| App | SkinAI mit Haaranalyse und Impulszähler | keine Angabe |
| Kabellos nutzbar | ja | keine Angabe |
| Rasierer im Lieferumfang | keine Angabe | Venus-Rasiersystem |
| Tasche oder Etui | hochwertige Tasche | Etui |
| Weiteres Zubehör | Netzteil, Reinigungstuch | keine Angabe |
| Modellnummer | BRI951/00 | PL 5242 |
Werte nach den Angaben der Hersteller zu beiden Modellen. Philips nennt keine Blitzrate und keine milden Modi, Braun keine Prozentangabe zur Haarreduzierung, keinen Behandlungsplan und nichts zum kabellosen Betrieb; diese Zeilen bleiben deshalb offen. Die Angaben zur Wirkdauer stammen aus herstellereigenen Untersuchungen und sind Werbeaussagen, keine unabhängigen Messwerte. Die weiter unten gerechneten Werte zu Behandlungsdauer, Haarzyklus und Zeitaufwand beruhen auf den genannten Zahlen und auf allgemeinen dermatologischen Erfahrungswerten, sie sind Größenordnungen. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Wie lange eine Behandlung tatsächlich dauert
Die Rechnung mit der Blitzrate
Braun gibt bis zu hundertfünfundzwanzig Blitze pro Minute an, also gut zwei pro Sekunde. Ein Unterschenkel hat eine zu behandelnde Fläche von grob zwölfhundert Quadratzentimetern.
Das Lichtfenster eines Körperaufsatzes deckt etwa vier Quadratzentimeter ab. Für eine lückenlose Abdeckung sind also rund dreihundert Blitze nötig, das sind bei voller Rate etwa zweieinhalb Minuten je Unterschenkel.
Beide Beine, beide Achseln und die Bikinizone summieren sich damit auf zehn bis fünfzehn Minuten je Durchgang. Wer langsamer gleitet oder Stellen doppelt nimmt, landet beim Doppelten.
Praktisch heißt das: Die Blitzrate entscheidet, ob eine Behandlung in eine Werbepause passt oder in einen Abend. Beim Gesicht dagegen ist sie ohne Bedeutung, dort zählt die Form des Aufsatzes.
Warum vier Behandlungen nicht reichen können
Die Rechnung mit dem Haarzyklus
Licht wirkt nur auf Haare, die gerade in der Wachstumsphase stecken und mit der Wurzel verbunden sind. Am Bein sind das je nach Körperstelle etwa zwanzig bis dreißig Prozent aller Haare gleichzeitig.
Aus dreißig Prozent je Durchgang folgt: Nach vier Behandlungen ist rechnerisch ein großer Teil erfasst, aber nur, wenn die Abstände zum Zyklus passen. Deshalb schreibt Philips für die Anfangsphase sechs Wochen mit einem Abstand von zwei Wochen vor.
Wer die Abstände verkürzt, trifft dieselben Haare erneut in der falschen Phase. Wer sie verlängert, verliert Haare, die zwischenzeitlich wieder ausgefallen sind.
Praktisch heißt das: Der Kalender ist wichtiger als das Gerät. Beide Modelle scheitern an unregelmäßiger Anwendung, und beide liefern bei diszipliniertem Rhythmus ihr Ergebnis.
Was die Sache an Zeit spart
Die Rechnung gegen das Rasieren
Wer sich alle drei Tage die Beine rasiert, kommt auf rund hundertzwanzig Anwendungen im Jahr. Bei fünf Minuten je Mal sind das zehn Stunden.
Dem stehen bei IPL vier Anfangsbehandlungen und danach Auffrischungen gegenüber, in Summe grob zehn bis zwölf Durchgänge im ersten Jahr zu je einer Viertelstunde, also rund drei Stunden.
Im zweiten Jahr kehrt sich das Verhältnis noch deutlicher um, sofern das Ergebnis hält. Genau hier liegt der Unterschied zwischen einem angegebenen Jahr und angegebenen zwei Jahren.
Praktisch heißt das: Der Zeitgewinn entsteht erst nach der Anfangsphase. In den ersten sechs Wochen ist der Aufwand höher als vorher, nicht niedriger.
Wofür welches Gerät reicht
Wie sich die Geräte gegenüber anderen Verfahren schlagen, steht bei den Haarentfernungsgeräten. Wer lieber mechanisch arbeitet, findet die Alternativen bei den Epiliergeräten, und für Gesicht und Körper gibt es passende Rasierapparate.
Wo jedes von beiden gewinnt
Für die Philips Lumea spricht
- Angegebene Wirkdauer von bis zu zwei Jahren
- Vier geschwungene Aufsätze statt drei geraden
- Klarer Behandlungsplan für die Anfangsphase
- App mit Haaranalyse und Impulszähler
- Kabellos auch an schwer erreichbaren Stellen
Für die Braun Silk-expert Pro 5 spricht
- Bis zu 125 Blitze pro Minute
- Sichtbare Ergebnisse bereits nach drei Wochen
- Zwei milde Modi für empfindliche Stellen
- Hautton-Anpassung läuft fortlaufend mit
- Venus-Rasiersystem und Etui im Lieferumfang
Beide Geräte messen den Hautton und stellen die Intensität selbst ein, das ist der wichtigste Sicherheitsmechanismus dieser Bauart und bei beiden vorhanden. Der Unterschied liegt in der Zielsetzung: Philips baut das Gerät um den Behandlungsplan herum und begleitet ihn mit einer App, Braun baut es um das Tempo herum und legt den Rasierer gleich dazu. Wer die Anfangsphase ohnehin diszipliniert durchzieht, kommt mit beiden ans Ziel.
Wenn keines von beiden passt
Häufige Fragen zu IPL-Geräten
Für welche Haut- und Haarfarben funktioniert IPL?
Das Licht wird vom Farbstoff im Haar aufgenommen, deshalb braucht es dunkles Haar auf heller bis mittlerer Haut. Blondes, rotes und weißes Haar enthält zu wenig Farbstoff, sehr dunkle Haut nimmt zu viel Licht auf. Beide Geräte prüfen den Hautton selbst und verweigern die Auslösung, wenn er außerhalb des zugelassenen Bereichs liegt.Muss ich mich vor der Behandlung rasieren?
Ja, und zwar unmittelbar vorher. Das Licht soll die Wurzel unter der Haut erreichen, nicht das Haar darüber verbrennen. Stehengebliebene Haare sorgen für Geruch, Hautreizung und ein schlechteres Ergebnis. Wachsen und Epilieren sind dagegen tabu, weil sie die Wurzel entfernen, auf die das Gerät zielt.Ist die Anwendung schmerzhaft?
Sie fühlt sich wie ein warmer Schnipser an, an Achseln und Bikinizone deutlicher als am Bein. Wird es unangenehm, ist die Stufe zu hoch gewählt. Die milden Modi der Braun und die Stufenempfehlung der Philips zielen genau darauf.Wann darf ich nicht behandeln?
Auf frisch gebräunter Haut, auf Tätowierungen, auf Muttermalen und über Leberflecken. Nach einem Sonnenbad sollten zwei Wochen vergehen, weil gebräunte Haut mehr Licht aufnimmt und leichter reagiert. Ein Testblitz an einer kleinen Stelle vierundzwanzig Stunden vorher ist bei jedem Neustart sinnvoll.Kommen die Haare irgendwann wieder?
In der Regel ja, deshalb sprechen beide Hersteller von Reduzierung und nicht von dauerhafter Entfernung. Nach der Anfangsphase folgen Auffrischungen in größeren Abständen. Die angegebenen ein beziehungsweise zwei Jahre beziehen sich auf den Zeitraum, in dem das Ergebnis ohne neue Grundbehandlung hält.Die Entscheidung in einem Satz
Philips Lumea IPL 9900 Series mit 4 Aufsaetzen fuer Koerper und Gesicht
Wer das Gerät einmal kauft und danach möglichst lange Ruhe haben will, nimmt die Lumea 9900 Series, weil bis zu zwei Jahre angegebene Wirkdauer, vier auf Körperpartien zugeschnittene Aufsätze und ein klar vorgegebener Behandlungsplan genau die Punkte treffen, an denen IPL zu Hause sonst scheitert. Die Braun Silk-expert Pro 5 bleibt die bessere Wahl für alle, denen Tempo und empfindliche Haut wichtiger sind, denn hundertfünfundzwanzig Blitze pro Minute halbieren die Zeit am Bein und die beiden milden Modi machen Achseln und Bikinizone erträglich. Am Wirkprinzip und an der Hautton-Erkennung unterscheiden sich beide nicht.


